Am Karfreitag besuchte Bischof Jochen Hübner erstmals die Gemeinden Dornstetten, Glatten, Musbach und Schopfloch in Glatten
Am Karfreitag besuchte Bischof Jochen Hübner zum ersten Mal die Gemeinden Dornstetten, Glatten, Musbach und Schopfloch in Glatten. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Bibelwort aus Johannes 19,30: „Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht.“
In seiner Predigt ging Bischof Hübner ausführlich auf das Leiden Jesu am Kreuz ein, wie es im Markusevangelium (Kapitel 15, Verse 22–39) beschrieben wird. Jesus musste den schändlichsten Tod auf Golgatha erleiden, wurde von Vorbeigehenden verspottet und verschmäht, seine Jünger hatten ihn verlassen, und selbst Petrus hatte ihn verleugnet. Trotz dieser Qualen sprach Jesus: „Es ist vollbracht!“ Der Bischof stellte die Frage, was an diesem Kreuzestod tatsächlich vollbracht wurde, und gab darauf Antworten: Mit dem Opfer Jesu sei Gottes Heilsplan genau erfüllt worden, wie es bereits im Alten Testament vorausgesagt wurde.
Der Blick auf das Kreuz solle uns Trost schenken, betonte Bischof Hübner. Auch wenn das Leben manchmal aus den Fugen gerät und wir uns hilflos fühlen, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott alles in seinen Händen hält und uns trägt. Diese Zuversicht ist gerade in schwierigen Situationen eine wichtige Kraftquelle.
Bischof Hübner erinnerte außerdem an die Worte der Hohenpriester und Schriftgelehrten, die am Kreuz spotteten: „Wenn du Gottes Sohn bist, steig herab vom Kreuz, dann glauben wir.“ Er warnte davor, den Glauben an Bedingungen zu knüpfen und nur dann zu glauben, wenn sich die Umstände sofort zum Guten wenden. Oft sei der Glaube mit Herausforderungen verbunden – auch in der Gemeinde oder im persönlichen Leben. Doch Gott habe alles unter Kontrolle, auch wenn es manchmal anders aussieht. Dieses Vertrauen solle uns begleiten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt seiner Predigt war die bedingungslose Liebe Gottes, die Jesus am Kreuz gezeigt hat. Schon bevor wir geboren waren, hat Gott uns seine Liebe geschenkt, ohne unsere Leistung oder unser Verhalten zu bewerten. Dieses Geschenk der Liebe gibt uns Halt und Kraft für unser Leben.
Das Opfer Jesu ist vollständig vollbracht, nicht nur durch seinen Tod am Kreuz, sondern auch dadurch, dass Jesus ins Totenreich hinabstieg, um dort das Evangelium zu verkünden und auch den Verstorbenen Gottes Nähe zu bringen.
Abschließend betonte Bischof Hübner, dass das vollendete Opfer Jesu bedeutet, dass Gott in jeder Situation bei uns ist. Daraus können wir Kraft, Sicherheit und Zuversicht schöpfen. Er wünschte allen Gottesdienstbesuchern, dass sie durch den Blick auf das Kreuz Gott in seiner wahren Liebe und Größe erkennen dürfen.